Donnerstag, 5. März 2009

FIDAR - Mehr Frauen in die Aufsichtsräte

FidAR - mehr Frauen in die Aufsichtsräte!

Aufsichtsräte sind die zentralen Kontrollgremien in privaten und öffentlichen Unternehmen. Sie bestellen den Vorstand eines Unternehmens, genehmigen wichtige unternehmerische Planungen und Entscheidungen und überwachen die Unternehmensleitung. Ihre Aufgaben sind im Aktiengesetz geregelt. Nach einer Studie des DIW Berlin betrug der Anteil von Frauen in den Aufsichtsräten der 100 umsatzstärksten deutschen Unternehmen im Jahr 2007 lediglich 8,5 Prozent – das entspricht einem Männeranteil von fast 92 Prozent. Diesen Zustand zu verändern und den Frauenanteil in den Aufsichtsräten der deutschen Wirtschaft kurzfristig und nachhaltig zu erhöhen ist das Hauptanliegen der Initiative „FidAR – Frauen in die Aufsichtsräte e. V.“ Lediglich ein Drittel der Top 100-Unternehmen konnten nach Angaben des DIW im Jahr 2007 einen Frauenanteil von mindestens zehn Prozent aufweisen, und nur fünf Aufsichtsräte waren zu 25 Prozent von Frauen besetzt.

Bei den Öffentlichen Unternehmen des Landes Berlin sieht die Situation erheblich besser aus: Das Landesgleichstellungsgesetz und die Politik des Senats haben in den letzten vier Jahren zu einer deutlichen Steigerung des Anteils weiblicher Aufsichtsräte geführt. Inzwischen ist Berlin bei der Besetzung der Aufsichtsratsgremien der landeseigenen Betriebe und signifikanten Beteiligungen mit ca. 35 Prozent weiblicher Aufsichtsräte auf Anteilseignerseite im Bundesvergleich führend. In anderen Bundesländern, beim Bund und insbesondere in der Privatwirtschaft ist das Bild weit weniger positiv.

Dies bundesweit zu verbessern ist das Hauptziel der 2005 in Berlin gegründeten Initiative „FidAR- Frauen in die Aufsichtsräte“. Eine Gruppe engagierter weiblicher Führungskräfte aus Politik und Wirtschaft hat das Ziel, die Beteiligung von Frauen in Aufsichtsratspositionen deutlich zu erhöhen und dabei zunächst auf die Selbstverpflichtung der Wirtschaft gesetzt. Dieses Ziel lässt sich allerdings mit der freiwilligen Selbstverpflichtung der Wirtschaft allein nicht erreichen. Deshalb hat FidAR im Oktober 2008 im Rahmen einer Deklaration kurzfristig eine Quote von 25% Frauen auf Anteilseignerseite für die Aufsichtsräte aller Aktiengesellschaften, Kommanditgesellschaften auf Aktien und Europäische Gesellschaften (SE) mit mehr als 100 Mitarbeitern gefordert; für Unternehmen im Mehrheitsbesitz der öffentlichen Hand gilt sie unabhängig von der Rechtsform und der Anzahl der Mitarbeiter. Mittelfristig ist erklärtes Ziel von FidAR die paritätische Besetzung und gemeinsame Teilhabe von Frauen und Männern in den Aufsichtsratsgremien.


FidAR arbeitet mit Vertreterinnen anderer Frauen-Netzwerke daran, im Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) eine entsprechende Verpflichtung aufnehmen zu lassen. Mit dem DCGK unter der Leitung einer Regierungskommission sollen die in Deutschland geltenden Regeln für Unternehmensleitung und –überwachung für nationale wie internationale Investoren transparent gemacht werden, um so das Vertrauen in die Unternehmensführung deutscher Gesellschaften zu stärken. Doch das Vertrauen in die Kontrollgremien deutscher Unternehmen ist durch die vielen bekannt gewordenen Unregelmäßigkeiten derzeit sehr gering. Häufig wird die Frage aufgeworfen, hätten mehr Frauen in den Aufsichtsratsgremien die aktuellen Schieflagen verhindern können? Zumindest hätten sie vorsichtiger und risikobewusster agiert und somit im Zusammenspiel mit den männlichen Aufsichtsratsmitgliedern andere Ergebnisse erzielen können. Dies besagen auch Studien u a. von McKinsey, dass gemischt geführte Unternehmen profitabler wirtschaften.

Neben der Lobbyarbeit auf Bundesebene bringt FidAR Interessierte und Meinungsbildner in Dialogrunden zusammen. In unregelmäßigen Abständen werden Politikerinnen und Politiker eingeladen, die Positionen ihrer Parteien zu Frauen in die Aufsichtsräte zu erläutern und zu diskutieren. Bei der letzten Runde war Irmgard Schewe-Gerigk, Parlamentarische Geschäftsführerin der Bü/90 Die Grünen zu Gast, für die Frühjahrsveranstaltung 2009 ist MdB Uwe Benneter von der SPD angefragt. Interessierte Frauen und Männer sind herzlich eingeladen, an den Diskussionsveranstaltungen teilzunehmen, FidAR zu fördern und das Anliegen von FidAR – mehr Frauen in die Aufsichtsräte - zu unterstützen. FidAR-Präsidentin Monika Schulz-Strelow: „Wir ermutigen Frauen und Männer aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik FidAR zu unterstützen, um gemischtere und professionellere Aufsichtsgremien für Unternehmen zu gewährleisten“.

Informationen zu FidAR, zur Mitgliedschaft und den nächsten Veranstaltungen finden Sie unter www.fidar.de

Berlin, den 11. Februar 2009

Dienstag, 3. März 2009

Kerstin Kaiser: Gleicher Lohn für Gleiche Arbeit

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit: Dieser Grundsatz muss nach Meinung der Linksfraktion im brandenburgischen Landtag endlich für Frauen im Vergleich zu Männern gelten. Dass Frauen und Mädchen ihre Bildungschancen gut nutzten, schlage sich weder bei der Verteilung der Arbeitsplätze, noch bei Bezahlung und Karriere nieder, sagte die Fraktionsvorsitzende Kerstin Kaiser laut einer Mitteilung am Dienstag in Potsdam. Anlass war die am 5. März beginnende Frauenwoche. Laut Kaiser liegen die durchschnittlichen Bruttoeinkommen ostdeutscher Frauen unter den Einkommen ostdeutscher Männer sowie westdeutscher Männer und Frauen.

Der Mitteilung zufolge verdienen in Deutschland Frauen etwa 23 Prozent weniger als Männer. Die durchschnittliche Differenz in der EU betrage nur etwa 17 Prozent. Damit gehöre Deutschland nach EU-Angaben zu den Staaten mit den höchsten Lohn- und Einkommensungleichheiten. Gut qualifizierte junge Frauen fänden keine entsprechenden Arbeitsplatzangebote in Brandenburg, bemerkte Kaiser. Es verließen mehr Frauen als Männer das Land. Dass mehr als 33 Prozent der jungen Frauen in Ausbildung oder Studium über ein Weggehen nachdächten und sogar 36 Prozent einen Wegzug in den nächsten zwei Jahren planten, sei nicht verwunderlich.

«Je höher auf der Karriereleiter, desto geringer ist der Frauenanteil», stellte die Linkspolitikerin fest. Von den neun Brandenburger Ministerien sind drei mit einer Frau an der Spitze besetzt. Es gibt keine Staatssekretärinnen und nur eine Oberbürgermeisterin. Auf höheren Verwaltungsposten fehlen Frauen. Nur im Landtag sieht es anders aus: Von den 88 Abgeordneten sind immerhin 40 Frauen.

(Internet: www.dielinke-fraktion.brandenburg.de)

Freitag, 16. Januar 2009

Neujahrsempfang der ÜPFI

Einladung zum Neujahrsempfang

am Mittwoch, dem 11. Februar 2009, von 18.00 – 21.00 Uhr im Festsaal des Berliner Abgeordnetenhauses, Niederkirchnerstr. 5, 10111 Berlin

Liebe Mitstreiterinnen, liebe Unterstützerinnen,
wie in jedem Jahr sind Sie herzlich zur Teilnahme an unserem traditionellen NEUJAHRSEMPFANG der Überparteilichen Fraueninitiative Berlin – Stadt der Frauen eingeladen. Wir sind dankbar, dass wir den Empfang wieder im Abgeordnetenhaus von Berlin durchführen können und freuen uns darauf, mit Ihnen das Neue Jahr zu begrüßen.

Gemeinsam mit Ihnen wollen wir ein weiteres Jahr erfolgreicher überparteilicher und generationsübergreifender Zusammenarbeit zwischen Frauen aus dem Bundestag, dem Berliner Abgeordnetenhaus, aus Gewerkschaften, Hochschulen, der Wissenschaft, den Medien, der Wirtschaft, aus Frauenprojekten, aus Betrieben sowie aus sonstigen Bereichen des Öffentlichen Lebens feiern, netzwerken und Ihnen berichten über unsere Planungen für das Jahr 2009, für die wir um Ihre Unterstützung bitten. (Für diejenigen, die zum ersten Mal teilnehmen und mehr über uns wissen wollen, empfehlen wir einen Blick in unsere Website http://www.berlin-stadtderfrauen.de).

Wir freuen uns, dass Martina Michels, Mitglied des Präsidiums des Abgeordnetenhauses von Berlin und langjährige Unterstützerin der Arbeit der Überparteilichen Fraueninitiative, uns als Gastgeberin begrüßen wird.

Ehrengast und Festrednerin unseres Neujahrsempfanges ist 2009 – 20 Jahre nach dem Fall der Mauer in Berlin – Staatssekr. a. D. Prof. Dr. Hildegard Nickel, Humboldt-Universität, vielen von uns vertraut und geschätzt wegen ihres frauen- und gender-politischen Engagements und Autorin zahlreicher bekannter Veröffentlichungen. Auf ihre persönlichen Erfahrungen im Zusammenwachsen Deutschlands sind wir gespannt.

Als musikalischen Höhepunkt unseres Empfanges hören wir in diesem Jahr die Musikerinnen von muzetRoyal Tangos, Musetten, Zigeunerweisen.

Für Ihr leibliches Wohl werden wir mit Getränken und Häppchen sorgen.

Teilnahmegebühr: 10 € (5 € ermäßigt) für den Empfang und - gerne auch mehr – für unsere weitere Arbeit. Auf Wunsch erhalten Sie an der Anmeldung eine Bescheinigung über die Zahlung der Einlassgebühr.

Damit wir einen ungefähren Überblick über die voraussichtliche Teilnehmerinnenzahl haben, bitten wir um Online-Anmeldung. Auch Gäste können Sie gerne anmelden – bitte auch einzeln über die Online-Anmeldung – sie sind uns ebenfalls herzlich willkommen.

Wir freuen uns auf Sie und auf das Netzwerken!

Mit herzlichem Gruß Ihre







Carola v. Braun

Überparteiliche Fraueninitiative Berlin – Stadt der Frauen

Vorstandssprecherin

Frauentagsveranstaltungen

FRAUENTAGSBUFFET
am 5. März im Café Seidenfaden

Als Einstimmung auf den Internationalen Frauentag gibt es schon am Donnerstag, den 5. März 2009 ab 12:00 Uhr im Café Seidenfaden ein großes FRAUENTAGSBUFFET, Lunch mit leckeren Salaten, Suppe, köstlichen Hauptgerichten und zum Abschluss einer süßen Sünde. All you can eat für nur 7,50 €, Getränke extra.

Catering Café Seidenfaden
FrauSuchtZukunft
Verein zur Hilfe suchtmittelabhängiger Frauen e.V.
Dircksenstraße 47
10178 Berlin
fon: +4930/ 285 99 451
fax: +4930/ 282 86 65
www.frausuchtzukunft.de

Tip für heute abend

Einseitige Spitze

Wenn die deutsche Wirtschaftselite Fehlentscheidungen trifft

Von Gaby Mayr

Managerschelte ist eine beliebte Gepflogenheit in Deutschland. Aber unter den Effizienzrezepten, die Wirtschaftstheoretiker und -journalisten in rauen Mengen darbieten, verschwindet ein Vorschlag, wenn er denn auftaucht, umgehend: Die Spitzenbesetzung der Unternehmen zu quotieren - oder eben freiwillig mit mehr Frauen zu bestücken.

Nicht, weil die per se die besseren Menschen seien - und etwa beliebte Männergeschäftsrunden in Bordellen arg erschwerten - sondern weil ihre spezielle Erfahrung die männliche Sicht ergänzen, geraderücken kann. Bei der Entwicklung anwenderfreundlicher Spitzentechnologie ebenso wie bei der Motivierung von Eltern, Müttern wie Vätern, in der Belegschaft

Qualifiziert genug sind die junge Frauen inzwischen längst, was ihnen fehlt, sind weibliche Netzwerke, die sie an die Spitze ziehen. In Deutschland entstehen gerade die ersten zarten Fäden. Kaum drei Prozent der Führungspositionen in der Wirtschaft sind weiblich besetzt. Drei Vorreiterinnen berichten aus ihrem Alltag.





Hier der link zur sendungsankündigung:



http://www.dradio.de/dlf/sendungen/dossier/882637/



einen download kann man jetzt schon lesen unter

http://www.dradio.de/download/96404/